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Ganzheitliche Unterstützung für Kinder mit komplexem Förderbedarf

Interdisziplinäre Frühförderstelle startet im Caritas-Krankenhaus

Interdisziplinäre Frühförderstelle startet im Caritas-Krankenhaus

Am 1. April ist die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF) am Caritas-Krankenhaus an den Start gegangen. Dabei fördert ein Team aus verschiedenen Therapeutinnen und Therapeuten Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, geistiger und/oder körperlicher Behinderung nach einem gemeinsamen interdisziplinären Konzept.

Es ist ein gutes Datum für Kinder mit Beeinträchtigungen und ihre Familien im Main-Tauber-Kreis: Am 1. April ist die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF) am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim an den Start gegangen. In den kindgerecht umgebauten Räumen in Haus C steht ab sofort ein qualifiziertes Team aus verschiedenen Therapeutinnen und Therapeuten bereit, um Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, drohender oder bestehender geistiger und/oder körperlicher Behinderung nach einem interdisziplinären Konzept intensiv zu fördern. Ziel der IFF ist es, Entwicklungsstörungen sowie drohende oder bestehende Behinderungen zu mildern oder zu vermeiden und den Kindern eine weitgehende Teilhabe zu ermöglichen. Dabei werden immer auch die Eltern mit einbezogen. Das Angebot richtet sich an Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt und ist für die Betroffenen kostenlos.

Investition in die Zukunft der Kinder
„Das neue Angebot ist ein Meilenstein in der Versorgung von betroffenen Kindern und ihren Familien“, unterstreicht der Kaufmännische Direktor des Caritas-Krankenhauses Michael Schuler. Bereits seit 2014 sehe ein Gesetz die Einrichtung einer IFF in jedem Landkreis vor. Nach intensiven Gesprächen mit dem Jugendamt des Kreises habe man sich jetzt entschlossen, die IFF am Caritas-Krankenhaus anzusiedeln. „Als Caritas-Krankenhaus stehen wir in der Verantwortung, die medizinisch-pflegerische Versorgung unserer Patienten zusammen mit den niedergelassenen Kinderärzten in der Region sicherzustellen. Die Sorge um behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder ist uns dabei ein besonderes Anliegen“, unterstreicht Schuler. „Durch unsere Ärztinnen und Ärzte sowie durch die verschiedenen Therapeutinnen und Therapeuten in unserer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin verfügen wir im Caritas über eine hohe Kompetenz bei der Behandlung von kranken oder eingeschränkten Kindern. Dies kommt dem Projekt in hohem Maße zugute.“ Die Investition in Personal und Räume sieht Schuler dabei vor allem als Investition in die Zukunft der betroffenen Kinder und ihrer Familien.

Sozialdezernentin Elisabeth Krug lobt neues Angebot
„Mit diesem Angebot ist es uns gelungen, einen weißen Fleck auf der Angebotslandkarte des Landkreises zu beseitigen“, betont die Sozialdezernentin des Main-Tauber-Kreises, Elisabeth Krug. „Bislang mussten Eltern bzw. betroffene Familien die einzelnen Förderbausteine für ihr Kind selbst recherchieren und organisieren sowie Termine bei verschiedenen Stellen wahrnehmen. Nun steht ihnen eine Anlaufstelle zur Verfügung, die interdisziplinär abgestimmte Therapieleistungen und Förderangebote aus einer Hand anbietet. Die Kosten der Behandlung werden vom Main-Tauber-Kreis und den Krankenkassen getragen.“

Deutliche Verbesserung für betroffene Kinder
Für die IFF wurde eine Station der früheren Kinderklinik in Haus C komplett umgebaut und kindgerecht gestaltet. „Die Vorgaben der Behörden an die Räume und die erforderliche Ausstattung sind hoch“, erläutert Gabriele Weidner. Die kaufmännische Leiterin der Physiotherapie Sanitas Tauberfranken hat in den vergangenen Monaten viel Zeit und Herzblut in die Vorbereitung der IFF gesteckt. „Das Projekt ist ein Herzensanliegen von mir, denn auch bei uns im Main-Tauber-Kreis gibt es viele Kinder mit Förderbedarf, die bisher leider nur punktuell und in Einzelmaßnahmen gefördert werden konnten. Die komplexe Unterstützung, wie sie die IFF vorsieht, ist eine deutliche Verbesserung für die betroffenen Kinder und ihre Familien“, unterstreicht Weidner.

Erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten
„Inzwischen haben wir ein tolles Team aus erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten zusammengestellt, die total motiviert sind, mit ihrer Arbeit zu beginnen.“ Dazu gehören u.a. Katharina Brand, die als Heilpädagogin gemeinsam mit der Erziehungswissenschaftlerin Lisa-Marie Wagner die Leitung der IFF übernommen hat und die Arbeit der verschiedenen Therapeut*innen koordiniert. Außerdem im Team: die Kinder-Physiotherapeutinnen Hannah Herzer und Sina Vogel, die Logotherapeutin Lisa Häfner und der Ergotherapeut Martin Steinruck sowie für die Verwaltung Julia Zaffran.

Unterstützung durch Spenden
Unterstützung für das Projekt hat Gabriele Weidner inzwischen auch durch verschiedene Spender erfahren, die die fachgerechte Ausstattung einzelner Therapieräume ermöglichten. Dazu gehören vor allem die Sparkasse Tauberfranken und der Rotary-Club. Weidner: „Die ganzheitliche Förderung dieser Kinder sehen alle als wichtige Aufgabe.“

Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF)

Die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF) richtet sich an Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen von der Geburt bis zum Schuleintritt. Die Angebote reichen von einem ersten Beratungsgespräch, über eine ausführliche Diagnostik, ob ein Förderbedarf besteht, bis hin zu einem umfassenden interdisziplinären Therapiekonzept. Dieses Konzept bezieht immer auch die Eltern mit ein. Die Kinder und ihre Familien werden dabei von einem interdisziplinären Team aus Heilpädagogen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden intensiv und meist über längere Zeit gemeinsam betreut und behandelt. Die interdisziplinäre Frühförderung ist für Kinder und deren Eltern kostenlos. Bezahlt werden Beratungsgespräche mit den Eltern sowie die Therapiestunden, die direkt mit dem Kind verbracht werden: die Heilpädagogik vom Landkreis Main-Tauber; die Physio-, Ergo- und Logopädie von den Krankenkassen der Eltern.

Die IFF im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim ist unter folgender Telefonnummer zu erreichen: Tel. 07931 58-2330.

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